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By Manfred Amelang

Der vorllegende textual content ist aus meiner langjahrigen Beschaftigung mit abweichendem Verhaltenin Forschung und Lehre an zwei Psychologischen Instituten hervorgegangen. Die vor ca. einem Jahrzehnt geschaffene neue Priifungsordnung der Universitat Heidelberg fUr den Studiengang Psycholo gie sieht in realistischer Einschatzung del' sachlichen Erfordernisse eines qualifizierten Ausbildungsprogrammes einerseits und einer angemessenen Beriicksichtigung bzw. Nutzbarmachung del' Interessen und fachlichen Schwerpunktbildung auf seiten der Dozenten andererseits dafiir einen for mellen Rahmen vor in Gestalt des Vertiefungsfaches "Personlichkeitsentwick lung und abweichendes Verhalten." Eine del' gl'undlegenden Dberlegungen bei der Schaffung dieses CUl'riculum-Bestandteiles ging dahin, Raum zu schaffen fiir die Vermittlung von bzw. die Auseinandersetzung mit Proble males, Fakten und Theorien zu Phanomenen der sozialen Wirklichkeit, die ungeachtet ihrer erheblichen personlichen, okonomischen und gesellschafts politischen Implikationen innerhalb der Psychologie allenfalls eine randstan dige Beriicksichtigung finden, jedenfalls im wesentlichen anderen Fachern iiberlassen werden, obwohl auch die Psychologie originare Beitrage einzu bringen hat - letzteres gleichermaBen im empirischen wie imperativen Sinne gemeint. Dberzeugt von der Richtigkeit dieses Gedankens und geleitet von der Absicht, die Studenten auf eine zunehmend differenzierte und schwierige Berufssituation hinreichend vorzubereiten, erfuhr ich dafiir eine nachhaltige Bekraftigung durch das stete, und zwar iiberdurchschnittliche Interesse und die in depth Mitarbeit del' Teilnehmer an entsprechenden Veranstaltun gen.

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Erziehungsberatung und Wandel der Familie: Probleme, Neuansätze und Entwicklungslinien

Zwischen 1989 und 1993 wurde am Deutschen Jugendinstitut in Koopera tion mit der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft fur Beratung und mit Forderung des Bundesministeriums fur Familie und Senioren ein For schungsprojekt durchgefuhrt, das sich mit der state of affairs der Erziehungsbera tungsstellen angesichts der Veranderungen familialer Lebenszusammenhan ge befasste.

Lebensverläufe von Frauen: Familiäre Ereignisse, Ausbildungs- und Erwerbsverhalten

Diese Arbeit ist im Rahmen des Teilprojekts 'LebensverHiufe und Wohlfahrtsentwicklung' (Leitung: Karl Ulrich Mayer) des Sonderforschungsbereichs three 'Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik' (Frankfurt/Mannheim) entstanden. Ich mochte sowohl dem Sonderforschungsbereich, nicht zuletzt den damaligen Sprechern Richard Hauser und Wolfgang Zapf, als auch dem Max-Planck-Institut fur Bildungsforschung meinen Dank dafur aussprechen, daf3 ich die Ressourcen und infrastrukturellen Moglichkeiten dieser beiden Institutionen nutzen konnte.

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Eine Antwort darauf liefern die in der nachfolgellden Tabelle wiedergegebenen Resultate (s. ). Wie ersichtlich ist, wird zwar knapp ein Drittel der urspriinglichen Ersttater innerhalb der folgenden sechs Jahre als Tatverdachtiger wieder auffiilIig, doch sinkt der Antell derjenigen stark ab, die mehr oder minder regelmaBig wahrend jeden Jahres in den Statistiken auftauchen. 1m Hinblick darauf und unter EinschluB anderer Befunde resiimiert Kerner (1986, S. 127), "daB auch dann, wenn man fiir die Nachkl"iegszeit eine Steigerung der Jugendkriminalitat annehmen will, diese Kriminalitat bis in die jiingere Zeit selbst bei Wiederholungstatern iiberwiegend pas sager bleibt; die lange 'Verwelldlluer im System' ist die Ausnahme.

28/29) Lunden (1967, S. B. die verschiedene ethnische Zusammensetzung und die differierende soziologische Struktur (Los Angeles wesentlich groBer und stlidtischer mit einer differenzierteren Industrielandschaft und del' etwa 15-faehen Hliufigkeit von Straftaten, Honolulu hingegen in insularer Lage mit einer Art Monokultur im Fremdenverkehr). Offen bleiben muB auch die Erkllirung der beschriebenen Phanomene in einem engeren Sinn: Der deutsche Kriminologe Aschaffenburg (1923) hat in bezug auf die Gewaltdelikte eine physiologische Deutung iiber die unmittelbare Wirkung endokrinologischer Prozesse versucht und von einer im Friihjahr stark gesteigerten, hauptsachlich auf das Geschlechtliche gerichteten Erregbarkeit gesproehen.

Neben zahlreichen Entwicklungen und Einzelbeobachtungen, auf die Cohen und Feison (1979) zur Stutzung ihrer These verweisen, nehmen sie fur die Entwicklung der Kriminalitiit in den USA seit dem Zweiten Weltkrieg eine empirische Priifung vor. Dafur konstruieren sie als Index einen sogenannten "Haushalts- Aktivitats-Quotienten", der die Zahl verheirateter ("husband present") Frauen plus die Zahl von "non-husband-wife households" ins Verhiiltnis setzt zur Zahl der Haushalte insgesamt. Damit soIl eine Schiitzung des Anteils an Haushalten gewiihrleistet sein, die wegen der Verlagerung der Routine-Aktivitiiten aus Familie und Haushalt nach auBen zu einem gegebenen Zeitpunkt exponiert sind und dadurch Gefahr laufen, Opfer von personenbezogenen oder Eigentumsdelikten zu werden.

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