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By Carsten Brosda

"Die Kunst heute besteht darin, Journalismus zu machen trotz der Medien", sagt ein ehemaliger Chefredakteur der Wochenzeitung "Die Zeit". Er macht damit auf den gewichtigen Unterschied zwischen der kommunikativen Verständigungsorientierung journalistischen Handelns und der Profitlogik eines ausdifferenzierten Mediensystems aufmerksam . Beide haben innerhalb einer deliberativen Öffentlichkeit spezifische, aber keineswegs deckungsgleiche Aufgaben und Funktionen. Das normative Verständnis eines diskursiven Journalismus zielt darauf, Journalismus als lebensweltlich kommunikatives Handeln eigenständig zu konturieren. Es ist Ausdruck einer wissenschaftlichen Journalistik, die Journalismus nicht bloß als Objekt empirischer examine begreift, sondern auch als zu verstehenden sozialen Sinnzusammenhang sowie als kritisch und emanzipatorisch zu begleitende Aufklärungspraxis. Eine ausreichend theoretisch fundierte Diskursethik lässt guten Journalismus auch unter den Bedingungen des heutigen Mediensystems als weiterhin machbar erscheinen.

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Erziehungsberatung und Wandel der Familie: Probleme, Neuansätze und Entwicklungslinien

Zwischen 1989 und 1993 wurde am Deutschen Jugendinstitut in Koopera tion mit der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft fur Beratung und mit Forderung des Bundesministeriums fur Familie und Senioren ein For schungsprojekt durchgefuhrt, das sich mit der state of affairs der Erziehungsbera tungsstellen angesichts der Veranderungen familialer Lebenszusammenhan ge befasste.

Lebensverläufe von Frauen: Familiäre Ereignisse, Ausbildungs- und Erwerbsverhalten

Diese Arbeit ist im Rahmen des Teilprojekts 'LebensverHiufe und Wohlfahrtsentwicklung' (Leitung: Karl Ulrich Mayer) des Sonderforschungsbereichs three 'Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik' (Frankfurt/Mannheim) entstanden. Ich mochte sowohl dem Sonderforschungsbereich, nicht zuletzt den damaligen Sprechern Richard Hauser und Wolfgang Zapf, als auch dem Max-Planck-Institut fur Bildungsforschung meinen Dank dafur aussprechen, daf3 ich die Ressourcen und infrastrukturellen Moglichkeiten dieser beiden Institutionen nutzen konnte.

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Diese Ziele formuliert Budzislawski (1962, S. 44) in einem programmatischen Aufsatz über die Journalistik als Essentials eines sozialistischen Journalismus. Der Theorie-Praxis-Bezug ist innerhalb des totalitären Regimes der DDR niemals streitig gewesen. Ein Blick in die Leipziger Publikationen bis 1989 zeigt deutlich, dass sich Wissenschaft den politisch-ideologischen Prämissen unterordnete (vgl. Blaum 1985). Weischenberg 1990a, S. 47 Vgl. Weischenberg 1992a, S. ; Löffelholz 1990 Pätzold 1975, S.

65. , S. 66f. Vgl. für ein solches Verständnis der sozialwissenschaftlichen Forschung grundsätzlich: Luhmann 1981c. Vgl. dazu Kepplinger 2000, S. 83 Vgl. Baum/Hachmeister 1982, S. 211 1 Wissenschaft zur Verbesserung des Journalismus 43 Entwürfe gehen an einem darüber hinausreichenden Potenzial des Journalismus, das in Kommunikation, Verständigung und kommunikativer Handlungskoordinierung begründet werden könnte, sogar schon auf konzeptioneller Ebene vorbei, indem sie sich auf zweckrationalinstrumentelle Denkfiguren zu seiner Beschreibung stützen.

Zunächst soll daher der praktische Erkenntnisanspruch der Journalistik als einer Wissenschaft zur Verbesserung des Journalismus thematisiert werden. Dieser Anspruch lässt sich sowohl anhand der Fachgenese als auch anhand der programmatischen Selbstverortung der Disziplin rekonstruieren (1). Daran anschließend werden die theoretischen Optionen der Journalistik diskutiert. Als derzeit paradigmatisch erweisen sich – wie in weiten Teilen der Kommunikationswissenschaft – in gesellschaftstheoretischer Hinsicht die Systemtheorie und in erkenntnistheoretischer Hinsicht der Konstruktivismus.

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