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By Tilmann Kammler

Wie wirken sich schulische und familiäre Anerkennungskonflikte auf das Selbstkonzept von SchülerInnen, auf deren Zugehörigkeit zu aggressiven Peergroups und auf die von ihnen gezeigte Gewalt im Schulalltag aus? Tilmann Kammler nutzt zur Klärung dieser Fragen ein umfangreiches Messinstrument, das neben Teilen aus bestehenden Studien (Forschungsgruppe Schulevaluation, PISA u. a.) auch neue Operationalisierungen zur Verfügung stellt. Neben der Befragungen von 530 SchülerInnen und der Erarbeitung von Strukturgleichungsmodellen führt der Autor eine experimentelle Intervention durch, bei der er davon ausgeht, dass von Misserfolgen und Desintegration geprägte SchülerInnen durch institutionelle und strukturelle Anerkennung ein positives Selbstkonzept entwickeln und in der Folge seltener Gewalt zeigen. Der Verlauf und die Folgen der Intervention werden durch einen Methodenmix umfassend analysiert und dokumentiert. Neben einer Überprüfung zentraler Thesen des Desintegrationsansatzes von Wilhelm Heitmeyer und der Anerkennungstheorie Axel Honneths liefert der Autor auch praktische Empfehlungen für den Schulalltag.

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1996), S. 339 Theoretische Grundlagen der Gewaltgenese 43 der anderen Gruppe abwerten, indem sie als prinzipiell feindselig, minderwertig oder gar lebensunwert angesehen werden. Es ist in Gesellschaften immer wieder passiert, dass ehemals akzeptierte und angesehene Mitbürger erst dehumanisiert und dann bekämpft wurden. Für dieses Phänomen gibt es in der Geschichte etliche Beispiele, in der schlimmsten und unvergleichlich verachtendsten Form im Dritten Reich unter den Nationalsozialisten. Niemals zuvor und danach wurde eine derart extrem zweckrationale instrumentelle „Vernichtungslogik“ in der negativen Dialektik der Vernunft begründet, mit der den Mitgliedern einer über Jahrhunderte mehr oder weniger integrierten religiösen Gemeinschaft sogar der generelle Status als Mensch abgesprochen wurde und diese zum rassebiologischen Hygienefaktor transformiert wurden.

W. (1986), S. 144 Honneth, A. (1992), S. 164 Benjamin, J. (1993), S. 40 Riemann, F. (2003), S. 14 f. Benjamin, J. (1993), S. 41 f. Theoretische Grundlagen der Gewaltgenese 49 ren behaupten wollen, indem sie zeigen, an kein bestimmtes Dasein geknüpft zu sein. Im äußersten Extremfall ist Ego sogar bereit, seine Existenz im Verhältnis zu Alter aufs Spiel zu setzen, indem er zeigt, dass ihm das eigene Leben nichts bedeutet. Wenn aber auch Alter unter Einsatz des eigenen Lebens dagegenhält, dann entsteht jener absolute Gegensatz zu reiner Anerkennung, welcher im Kampf auf Leben und Tod besteht.

In einer Untersuchung von Cierpka ergaben sich aus 22 möglichen familiendynamischen Kategorien folgende als die am häufigsten genannten Einflussfaktoren für aggressives Ver- 106 Vgl. 107 Vgl. 108 Vgl. 109 Vgl. 110 Vgl. 111 Vgl. 112 Vgl. ; Heitmeyer, W. (2005), S. 89 Schwind, H. ; Baumann, J. et al. 1), S. ; Pollmer, K. (2000), S. ; Ettrich, K. U. (2006), S. ; Gerrig, R. J. (1996), S. ; Ettrich, K. U. (2006), S. 70 ff. ebenda, S. 66 Theoretische Grundlagen der Gewaltgenese 53 halten, die alle im oben erläuterten Sinne auch Merkmale mangelnder sozioemotionaler Anerkennung sind:113 Ungünstiges elterliches Erziehungsverhalten: ƒ ƒ ƒ ƒ ƒ ƒ Gewalt und Aggression als tradierte bzw.

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